Unsere Vision

«Ermächtigung der Öffentlichkeit, das gegenwärtige schulmedizinische ADHS-Konstrukt kritisch zu hinterfragen»

Was möchte die Konferenz ADHS?

Konferenz ADHS ist eine freie und unabhängige Vereinigung von engagierten Zeitgenossen, die die gegenwärtige Entwicklung unserer Kinder im Zusammenhang mit ADHS - der sog. Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung - mit Sorge verfolgen. Die Sorge bezieht sich nicht nur auf die erschreckend zugenommene Medikation mit einschlägigen Psychopharmaka, sondern vor allem auch auf die zugrundeliegende Auffassung eines unreflektierten Verhaltensbiologismus und einer dazu passenden wissenschaftlich fragwürdigen nosologischen Entität bzw. "Krankheit" namens ADHS.

Konferenz ADHS steht für alle Mitmenschen offen, die diese Sorge teilen und mitwirken möchten, seien sie Privatpersonen, Eltern, Lehrer, Erzieher, Fachleute oder Wissenschaftler. Ein Mitgliedsbeitrag wird nicht erhoben.

Konferenz ADHS arbeitet nicht-kommerziell und sowohl finanziell als auch fachlich unabhängig. Die Konferenz steht in keiner irgendwie gearteten Verbindung mit anderen Vereinigungen, Gruppierungen, Sekten, Kirchen oder Wirtschaftsunternehmen.

Konferenz ADHS besteht aus einem Kuratorium von Fachleuten. Für die Aufnahme ins Kuratorium ist ein begründeter Antrag erbeten, über den das Kuratorium befindet.

Konferenz ADHS hat die kritische Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema ADHS zum Ziel. Sie will die allgemeine, aber auch die gesundheits- und sozialpolitische Öffentlichkeit mit Pressemitteilungen, fachlichen Stellungnahmen, Informationen, Veröffentlichung von Forschungsergebnissen und Entwicklungen, mit Symposien und Vorträgen kritisch informieren, das gegenwärtige schulmedizinische ADHS-Konstrukt kritisch hinterfragen und der einseitigen Biologisierung kindlichen Verhaltens entgegenwirken.

 

Hintergrund

"ADHS: Eine der größten Kontroversen in der Geschichte des Fachgebiets Kinder- und Jugendpsychiatrie", sagt zu Recht Peter Riedesser (1). Leider spielt sich diese Kontroverse immer mehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Immer häufiger verkümmert der eigentlich fruchtbare öffentliche Diskurs zu unkritischer, einseitig schulmedizinisch ausgerichteter und Pharma-gesponserter Darstellung, die Eltern, Lehrer und Erzieherinnen vorschnell auf eine biologistische Sicht kindlichen Verhaltens lenkt und sowohl die eigene Beteiligung am kindlichen Seelenleben und Verhalten, als auch das introspektive, empathische Verstehen der wirklichen Nöte unserer Kinder aus dem Blickfeld verliert.

Unsere "Schnellfeuer-Kultur" (DeGrandpre, 2) verändert das Bewusstsein auch unserer Kinder und fordert ihren Preis, auch mit der zunehmenden Einnahme von Psychopharmaka. Eine ganze Generation wird krankgeschrieben, denn ADHS ist genau die "Krankheit", die in diese Kultur passt.

Mit der zunehmend einseitig-biologistischen Sicht und Behandlung seelischer Nöte wird den Kindern und Erwachsenen eine verstehende, die wirklichen psychosozialen Hintergünde und systemischen Zusammenhänge ihrer Nöte und Störungen ernstnehmende gesellschaftliche Verantwortlichkeit vorenthalten - ein weithin ausgeblendeter Skandal. Offensichtlich hat man lieber kranke als unglückliche Kinder (Wenke, 3). 

(1) P. Riedesser in: Leuzinger-Bohleber/Brandl/Hüther (Hg.): ADHS: Frühprävention statt Medikalisierung. Vandenhoeck & Ruprecht 2006
(2) R. DeGrandpre: Die Ritalingesellschaft. Beltz 2002
(3) M.Wenke: ADHS: Diagnose statt Verständnis? Brandes & Apsel 2006

Unsere Arbeit

«Wir sind ein Zusammenschluss von namhaften Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen, die sich für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema ADHS einsetzen.»

Unsere Vision

«Unsere Vision ist es, die Öffentlichkeit zu ermächtigen, das gegenwärtige schulmedizinische ADHS-Konstrukt kritisch zu hinterfragen und damit der einseitigen Biologisierung kindlichen Verhaltens entgegenzuwirken».

Governance

Die Konferenz ADHS wird durch den Vorstand geführt und durch das Kuratorium beraten. Der Generalsekretär vertritt die Konferenz ADHS nach aussen.